Mannheimer Straße und die Radfahrer

Leidige Diskussion und kein Ende

Heute Morgen schlage ich die Schwetzinger Zeitung auf und stoße gleich auf eine Pressemitteilung des Schwetzinger Wähler Forums (SWF97). In der Mitteilung fordert man eine “einheitliche und vereinfachte Lösung für die Innenstadt” und vor allem, dass die Fußgängerzone wieder für Radfahrer geöffnet werden soll und auch das Be- und Entladen sperriger Güter bis 18 Uhr wird wieder gefordert.

In meinen Augen sind beide Lösungen alles, aber keine vereinfachte Lösung, wie vom SWF selbst gefordert.
Wer bestimmt denn beispielsweise, was ein sperriges Gut ist? Ebenfalls ist mir nicht ganz klar, ob nur den Gewerbetreibenden das Be- und Entladen gestattet werden soll, oder auch den Kunden?

Ich verstehe einfach nicht, dass dieses Thema immer wieder aufkommen muss. Nirgendwo in der Region wird so über eine Fußgängerzone diskutiert, wie in Schwetzingen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass wir hier von geschätzten 250 Metern sprechen.

Am Beispiel Heidelberg, mit seiner rund 2 km langen Fußgängerzone, kann man doch schon wenige Kilometer von Schwetzingen entfernt sehen, dass es mit klaren Regeln funktioniert.
Dort ist das Befahren von 06:00 Uhr bis 10:00 Uhr zum Be- und Entladen gestattet, hinterher nicht mehr. Wie ich mitbekommen habe, zeigen sich die Ordnungshüter aber kulant, wenn es sich um Lieferverkehr handelt, wird dann bis kurz vor 11 auch mal ein Auge zugedrückt und nur ermahnt. Radfahrer müssen absteigen, fertig.
Einzige Ausnahme sind die Anwohner, die die Fußgängerzone mit dem Auto überqueren dürfen, dies bedarf allerdings einer kostenpflichtigen Genehmigung, die jährlich für rund € 70,- erneuert werden muss (Parken auf ausgewiesenen Anwohnerparkplätzen inklusive).

“Es sei nicht einzusehen, warum ein friedliches Miteinander von Fußgängern und Radfahrern bei gegenseitiger Rücksichtnahme nicht möglich sein sollte”, stellte Karl Rupp klar.
Stimmt, man sollte davon ausgehen können, dass dies möglich ist und eine Mehrheit der Radfahrer fuhr zu zeiten als es noch erlaubt war, rücksichtsvoll durch die Fußgängerzone. Es ist aber auch so, dass es immer wieder die Ausnahmen gab, die eben alles andere als rücksichtsvoll waren und zu schnell, sowie unkontrolliert durch die Mannheimer Straße gefahren sind. Dann ist es nicht möglich, ein kleines Kind, welches gerne mal unüberlegte Bewegungen und Richtungswechel macht, alleine auch nur ein paar Meter voraus laufen zu lassen. Denn ein einziger, zu schnell fahrender Radfahrer reicht dann schon aus, um großen Schaden anzurichten.

Straßenverkehr jeglicher Art in einer Fußgängerzone heißt, dass in Qualität verloren geht und sei es nur die Qualität, nicht auf den “Verkehr” achten zu müssen.

Immer wieder “wischi-waschi-Regelungen” in den Ring zu werfen, bringt niemand weiter und dazu gehört auch die SWF-Forderung.
Ich selbst fahre viel Rad in Schwetzingen und es ist wirklich kein Problem, sein Fahrrad diese 250m zu schieben. Übrigens bekommt man beim Schieben auch viel mehr von der Schaufenstergestaltung der Einzelhändler mit, was dem Umsatz bestimmt zu Gute kommen würde.

Wie man sicher gemerkt hat, favorisiere ich das Heidelberger Modell, denn es hat sich über viele Jahre bewährt und ist nur noch selten Grund für eine öffentliche Diskussion. Ich verstehe aber auch, dass die Umstellung von der ehemaligen “Freiheit” auf die strengeren Regelungen ein Einschnitt ist, der etwas weh tut, aber mittelfristig wird man sich daran gewöhnen und die Qualität einer echten Fußgängerzone zu schätzen wissen.

One Response to “Mannheimer Straße und die Radfahrer”

  1. Thorsten Roprecht Says:

    Möchte an dieser Stelle mal die Diskussion veröffentlichen, die nach diesem Beitrag bei Facebook entstanden ist:
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    Monika Maier-Kuhn
    ich war und bin gegen eine fuzo in der ma-strasse, 220 m dicht bepackt mit geschäften, ärzten und eine menge an menschen die dort wohnen, die eh alle eine ausnahmegenehmigung und sonderregelung haben und auch alle das recht haben be und entzuladen, ist doch albern.
    mich stört das das wähler forum nicht in der lage scheint, dann was zu sagen, wenn es gilt, in den sitzungen oder nichtöffentlich oder in der fraktionsführerbesprechung oder mit anderen fraktionen zu sprechen, aber das ist ja auch nicht neu!
    Gestern um 20:07

    Carsten Kropp
    mehr innerstädtischer Individualverkehr ist auch eine sehr “grüne” Lösung..
    Gestern um 21:05

    Thorsten Roprecht
    @Frau Maier-Kuhn
    Auch in Heidelberg leben Menschen und arbeiten Ärzte, etc. Und welch Überraschung - Es funktioniert und man hat eine sauberere Luft und wesentlich mehr Ruhe. Heidelberg ist übrigens nur ein Beispiel von vielen. In Schwetzingen fällt es wohl nur so schwer, weil es viele Jahre anders gelaufen ist.

    Monika Maier-Kuhn
    @herr roprecht, nein, in hd funktioniert die fuzo nicht, erklärt an den vielen geschäften die es eben drum nicht mehr gibt und ruhe in hd? naja. und wohnen in der hd fuzo? wollte ich nicht.es wohnen so viele menschen in der sogenannten fuzo in sz mit parkmöglichkeiten hinter dem haus ( volksbank, haas usw. ich denke der begriff fuzo in sz ist einfach schlecht gewählt, weil eben sehr viele auf sehr engem raum wohnen und arbeiten, das ist in hd auch so nicht der fall. es ist auch überhaupt ein schlechter vergleich weil hd sehr viele einwohner hat und sz knapp 22.000 .es hat sich seit dem namen fuzo absolut nichts geändert in der ma.-strasse, also warum denn? mir ist egal wie das baby heißt, ich möchte be und entladen frei für die ma.strasse und fertig und ob da jetzt noch fahrräder fahren oder nicht….

    Thorsten Roprecht
    Sie können widersprechen, allerdings bin ich es, der hier in HD sowohl ein Geschäft betreibt, als auch 8 Jahre in der Fußgängerzone gewohnt hat. Die erfahrung können Sie mir nicht absprechen ;)
    Und mit Ruhe meine ich den ausbleibenden Verkehrslärm, der ja zum normalen Geräuchpegel einer Innenstadt dazu kommt.

    Mit der Einwohnerzahl hat es in meinen Augen nichts zu tun und wie kommen Sie darauf, dass in der Heidelberger Fußgängerzone nicht in gleicher Diche gearbeitet und gelebt wird? Verstehe ich wirklich nicht, denn die Geschäftshäuser hier stehen in den oberen Etagen auch nicht leer.

    Generell be und entladen frei geht einfach nicht. Rein verkehrsrechtlich würde das heißen, dass es reicht, mir ein Brot beim Bäcker zu kaufen und dieses ins Auto zu laden. es wären wieder Ausnahmen notwendig, die nicht kontrollierbar ist, oder stellen Sie sich in die Mannheimer Straße und kontrollieren, wer wirklich “sperrige” Güter belädt.
    Ich betone nochmal, wir sprechen über gut 200m (!).

    Monika Maier-Kuhn
    @herr kropp, wie wäre es mit einem vernünfigen einsetzen vom stadtbus???in 4 schleifen? wäre mal ne gute idee, die ist auch nicht neu nur aufgrund einer ewigen vertragsbindung nicht machbar. und grün ? was ist grün? ist für sie grün nur was wenn es die umwelt betrifft? und was ist rot in sz? ist rot in sz, wir bauen die kleinen planken und lassen die hütten der scheffelstrasse zusammenfallen, ohne warmes wasser und ohne heizung? das war die realität jahrelang im stadtrat mit rot.

    Thorsten Roprecht
    Ich muss allerdings sagen, dass ich das Thema nun ungern weiter über Facebook diskutiere.
    Wäre mal ein schönes Thema bei einem “Live-Treffen”.
    Hier führt das wohl zu nichts :)

    Monika Maier-Kuhn
    ja, eben, wir sprechen über 220m. und ein jeder hat schon seine ausnahmegenehmigung bis auf die geschäfte die es wirklich angeht und kontrolle, bei diesem geringen personalaufgebot im oa? da muss ich echt lachen. gut vorschlag, laufen wir zusammen druch die fuzo in hd und ich zeige ihnen was anders ist. man kann es nicht vergleichen, ich kann auch ma mit hd nicht vergleichen. und der verkehrslämr in sz am schlossplatz beträögt nach einer schätzung ca. 75 dzb in 24 std. also hoch, sehr hoch, ist nur änderbar mit keinem verkehr in der innenstadt und dann? und das alles ohne öpnv der den namen auch verdient? schwierig, sehr schwierig.

    Thorsten Roprecht
    Stimmt, durch MA fährt eine Straßenbahn. ;)

    Bei weniger Ausnahmen und klareren Regeln, muss man auch weniger kontrollieren. Ich meinte ja mit meiner Aussage, dass eine Kontrolle von zig Ausnahmen nicht möglich ist.
    Deshalb: Fußgängerzone mit einfahrt zwischen 06 und 10 Uhr. Ausnahme Anwohner. Klar - Verständlich und durchsetzbar.
    Soll die Stadt mal das Geld in die Hand nehmen und seine Bürger befragen und verschiedene Varianten vorschlagen. Ich wette sehr viel darauf, dass meine sehr weit vorne ist!

    Monika Maier-Kuhn
    ja, natürlich, weil ein jeder davon ausgeht ::eine fuzo ist eine autofreie zone, kann in sz nicht eingehalten werden durch die anwohner besonders denen mit parkmöglichkeiten hinter den häusern ( voba ) von den lkws usw. die sich schon im rahmen zwischen 6.00h-11.00h bewegen dürfen, man regt sich auf.auf dem schloßplatz regt man sich nicht auf obwohl be und entladen frei und fuzo mit taxiausnahme und motorrädern und eisbahn….wo fangen die ausnahmen an? beim fleuropblumendienst der auch so. anliefert, bzw. abholt?
    beim farben schäfer, der eine solche nicht hat? unter uns , das ist nicht kontrollierbar..es muss m.e. ein komplettes konzept der innenstadt gebaut werden, ma.-strasse, dreikönigstr. schloßplatz, hd-strasse, kleine planken, carl-theodorstrasse, man kann nicht nur die ma. strasse sehen. das ist schwer im rat zu vermitteln.

    Thorsten Roprecht
    Och bitte, der Schlossplatz bietet eine ganz andere fläche, vor allem in der Breite.
    Außerdem sollte man mal anfangen, sich mit den Begriffsdefinitionen, die nunmal klar geregelt sind, auseinanderzusetzen. “Fußgängerzone/bereich” ist in der Straßenverkehrsordnung klar definiert und unterscheidet sich nunmal von einem “verkehrsberuhigten Bereich”.
    In der ganzen Diskussion um die Mannheimer Straße, die Kleinen Planken, Dreikönigsstr und Heidelberger straße werden diese Begrifflichkeiten immer wieder durcheinandergeschmissen.
    Wenn jeder sich erstmal damit auseinandersetzen würde, könnte man auf ganz anderem Niveau diskutieren.

    Übrigens bin ich auch für ein komplettes Konzept, das beispielsweise folgende Lösung beinhalttet:
    Dreikönigsstraße Anfang bis etwa Höhe HofApotheke und ab alter SpardaBank in der Heidelberger Straße Zone 20. Von Hofapotheke bis alter Sparda Schrittgeschwindigkeit.
    So wäre der Übergang von der Fußgängerzone in die Kleinen Planken ebenfalls mit minimiertem Risiko verbunden, aber man müsste nicht mehr durch die gesamte Straße (3König/Heidelberger) schleichen.

    Thorsten Roprecht
    Mit dem Niveau meine ich übrigens nicht die Diskussion hier, sondern die seit Jahren geführten Diskussionen in Schwetzingen. Da muss man einfach mal einen Knopf dran machen und eine Lösung finden, damit man sich mal auf “echte” Probleme konzentrieren kann, die Schwetzingen zweifelsohne hat.

    Carsten Kropp
    @ Frau Maier Kuhn, zuerst eine Anmerkung zu ihrer Meinung zur Heidelberger Fußgängerzone. Ein guter Indikator für die Attraktivität von Wohn- und Gewerbeflächen sind Mieten, demnach sind die Flächen in der Heidelberger Altstadt (also Fußgängerbereich) sehr attraktiv (http://heidelberg.de/servlet/PB/show/1201270/12_pdf_mietspiegel_2009.pdf).
    Ihre Idee mit den 4 Schleifen befürworte ich auch nicht. Schon jetzt ist die Auslastung des Stadtbusses sehr schwach. Der Stadtbus hat eine Nachfrageproblem und nicht ein Angebotsproblem. Wenn sie nun die Tür für den Individualverkehr in der Fußgängerzone wieder öffnen wollen, konterkarieren Sie zudem ihre eigene Idee. Dennoch ist der Stadtbus im aktuellen Umfang zur Abfederung der Folgen des demographischen Wandels in Zusammenhang mit der Suburbanisierung richtig.
    Zu ihrer Frage.. was grün ist? Bis zu ihren Äußerungen habe ich die Grünen eigentlich immer in Verbindung mit Nachhaltigkeit und Ökologie gebracht. Doch ihre Forderung bedeutet konkret mehr innerstädtischer Verkehr mit den Folgen von mehr Lärm und anderen Emissionen. Aber warum rechtfertigen Sie ihre Position mit angeblichen Fehlentscheidungen der SPD Fraktion. Demnach muss ja ihre Position falsch sein oder warum verweisen Sie auf andere Themen um vom eigentlichen Thema abzulenken?

    Monika Maier-Kuhn
    lieber herr kropp, der sz stadtbus hat einenachfrageproblem eben weil er nicht attraktiv ist, kann er gar nicht m.e. weil zu wenig angebot da ist, er bedient ja nicht mal das hebel..z.b. nein, es war nicht meine idee aus der ma.strasse ein fuzo zu machen, ich war von anfang an dagegen, mir fehlt das gesamtkonzept dazu.nein, das problem lärm folgt nicht bei öffnung der ma. strasse, das problem lärm ist vorhaden weil der schloßplatz frei zugänglich ist und auch bleiben muss, lkw durchfahrtsverbot wäre hier eine alternative, generell der öpnv ist eine alternative wenn er vernünftig geplant und durchgeführt wird, ist hier nicht möglich weil eine sehr lange vertragsbindung gibt.es sind nicht angebliche fehlentscheidung der spd, es sind fehlentscheidung über lange jahre der spd und nicht nur der spd. und ablenken? wieso lenke ich ab? weil ich sage wie es war?
    die studie der ihk zum thema hd und fuzo habe ich ausführlich gelesen und die deckt sich nicht mit ihren ausführungen.

    Monika Maier-Kuhn
    @herr roprecht,der ganze schloßplatz hat schrittgeschwindigkeit und ist als sperre gedacht, ob das hinhaut? ich hoffe es. man muss auch drüber sprechen ob man nicht auch die kleinen planken als fuzo macht, ich bin dagegen, aber wenn die marktleute sagen ..nun ja, wir kommen auch am mittwoch und wenn eine bestuhlung draussen steht?? ich weiss es nicht..ich weiss es nicht..man muss auch drüber sprechen über wieviel autos reden wir eingentlich? und sicher absolut, das ist ein sehr kleines problem in sz. wenn ich mir den gesellschaftlichen umbruch vorstelle der sich auch in sz zeigt haben wir riesige probleme in der nächsten zeit zu bewältigen. knopf dran machen, bin ich dabei , diskussionen sind hier im rat sehr schwierig zu diesem thema.

    Monika Maier-Kuhn
    natürlich ist das auch eine definitionsfrage, da gebe ich ihnen vollkommen recht und da kommen wir an das hauptproblem, was man eigentlich innerhalb des rates gemeint hat und was eben nicht und welcher gesichtsverlust droht und welcher nicht und wer hat da und dort zu- oder dagegen gestimmt und wer nicht, alles dinge die vollkommen irrelevant sind und keinen mehr interessieren.man sollte neu überdenken und zwar alles und einmal regeln und fertig!und endlich ohne scheu offen drüber reden.

    Monika Maier-Kuhn
    mir geht es nicht bei dieser sache um richtig oder falsch, die dikussion ist wichtig
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    Wenn die Diskussion dort noch weiter geht, werde ich hier darüber informieren.

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